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Start der bahntechnischen Ausrüstung für die Unterinntaltrasse

Feierliche Eröffnung der bahntechnischen Ausrüstung Zulaufstrecke Brenner Nord

Einer der größten Bauaufträge Österreichs für die bahntechnische Ausrüstung ist angelaufen. Die Tunnels der Unterinntaltrasse werden jetzt  für den Eisenbahnbetrieb ausgerüstet. Rund dreieinhalb  Jahre nimmt der Einbau der technischen Anlagen in Anspruch. Auftraggeber ist die Brenner Eisenbahn GmbH, die dieses Projekt an die Arbeitsgemeinschaft Rhomberg Bahntechnik GmbH /Alpine Bau GmbH vergeben hat. Das Auftragsvolumen beträgt rund 260 Mio. Euro. Dadurch wurden mehr als 210 Arbeitsplätze geschaffen.


Somit tritt der Bau der Unterinntalbahn in eine neue Phase. In den vergangenen Jahren war die zentrale Herausforderung, riesige Tunnels in anspruchsvoller Geologie in Nahbereichen zu Siedlungsgebieten und anderen Infrastrukturen zu erreichten. Nun gilt es die fertigen Rohbautunnels so auszustatten, dass der künftige Eisenbahnbetrieb rasch und sicher abgewickelt werden kann.


Im Rahmen einer Eröffnungsfeier ist am Dienstag, 23. Juni 2009, der offizielle Startschuss  für die geplanten dreieinhalbjährigen Ausrüstungsarbeiten in Terfens gefallen.


Schutz der Anrainer durch modernste Technik möglich

Die neuen Bahntunnels im Unterinntal werden mit modernster Technik ausgerüstet. Im ersten Arbeitsschritt erfolgt der Einbau von Füllbeton und Erschütterungsschutzmaßnahmen. Es handelt sich dabei um flexibel gelagerte Gleiströge, die Vibrationen „schlucken“ und so eine Belästigung der Anrainer durch den Bahnverkehr verhindern. Rund 28 Kilometer dieses „Masse-Feder-Systems“ kommen zwischen Kundl und Baumkirchen zum Einsatz. Damit entsteht zum Schutz der Anrainer eine der längsten „Masse-Feder-Systemstrecken“ Europas.


Feste Fahrbahn für hohe Geschwindigkeiten


Die Gleisanlagen werden als „feste Fahrbahn“ ausgeführt. Dabei verschraubt man die Schienen direkt auf eine „Beton-Tragplatte“. Vorteile dieser Ausführung liegen in den geringen Wartungskosten. Gleisschotter kommt nur mehr in den offenen Streckenbereichen wie Baumkirchen, Stans und Kundl zum Einsatz. Die Ausrüstungsarbeiten werden in den kommenden Jahren schrittweise auf das gesamte Projektgebiet im Unterinntal auf eine Länge von 41 Kilometer ausgeweitet. Weiters werden Kabelanlagen, Löschwasserversorgungseinrichtungen, Schleusentore, Hebeanlagen, Tunnellüftung, Hochwasserschutz und mehr als 32.000 m2 Lärmschutzverkleidung im Projektverlauf errichtet.


„Ein überaus spannendes, anspruchsvolles Projekt, das uns Höchstleistungen in Bezug auf Logistik und technisches Know-how fordert“, äußert sich Projektleiter DI Robert Kumpusch  „und wir freuen uns, dass wir als Generalunternehmer ARGE ALPTRANSIT BRENNER mit der Zulaufstrecke Brenner Nord einen Teil des gewaltigen Infrastrukturprojekts  Berlin-Palermo verwirklichen können.“


Zusätzliche Kapazität für umweltfreundlichen Transport


Ab der geplanten Inbetriebnahme Ende 2012 werden Personenzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 220km/h durch die Tunnels brausen. Damit erhält die europäische Transportwirtschaft neue umweltfreundliche Schienenverkehrskapazität und die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene kann weiter vorangetrieben werden. Die neue Bahn im Unterinntal führt zu einer wirksamen Lärmentlastung der Bahnanrainer und zum Ausbau des bestehenden Personennahverkehr-Angebotes.

 

Projektkennzahlen Brenner-Zulaufstrecke Nord - Ausrüstungsarbeiten:

  • Baubeginn:  Jänner 2009
  • Start Ausrüstung: Juni 2009
  • Einzubauender Beton:  290.000m³
  • Zu verlegende Schienen: ca. 170 km
  • Zu verlegende Kabel und Rohre: ca. 2.200 km
  • Lärmschutzwände:  ca. 32.000 m²
  • Ausrüstung von 42 Technikgebäuden
  • Fertigstellung/Übergabe:  Mitte 2012

Beitrag vom: 07.05.2009

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